22.08.2009

Cupid

Cupid

Rob Thomas kennt man hierzulande wenn überhaupt als Schöpfer der gelungenen aber nach 64 Episoden gecancelten Teenie-Detektiv Serie “Veronica Mars”. Angefangen hat er jedoch 1998 in einem anderen Genre, der romantischen Komödie. Die Serie hieß “Cupid”. Jeremy Piven, derzeit regelmässig als Hollywood-Agent Ari Gold in “Entourage” zu sehen, spielt hier einen Mann, der aus dem Nichts aufzutauchen scheint und behauptet er wäre Amor (engl. cupid), der von Zeus als Strafe für seine Aroganz auf die Erde verbannt wurde. Amor, der sich den menschlichen Namen Trevor Hale zugelegt hat, darf erst wieder auf den Olymp zurück, wenn es ihm gelingt 100 Paare zusammen zu bringen. Erwartungsgemäß landet er mit seiner Geschichte schnell in der Psychiatrischen Anstalt von Chicago, wo er Dr. Claire Allen begegnet, gespielt von Paula Marshall (Californication). Claire sorgt dafür, dass Trevor wieder in die Freiheit entlassen wird, behällt in jedoch unter ihrer Aufsicht. Trevor zieht daraufhin bei dem arbeitslosen Schauspieler Albert ‘Champ’ Terrace (Jeffrey D. Sams) ein und bekommt einen Job als Barkeeper. Die Episoden handeln hauptsächlich von Trevors Bemühungen Paare zusammen zu führen, aber auch von seiner vorerst freundschaftlichen Beziehung zu Claire, deren Single-Selbsthilfegruppe und ihre Mitglieder (ua. Paul Adelstein aus “Prison Break”) den Ausgangspunkt der meisten Geschichten bilden. Claires Versuche Trevor Hales wahre Identität zu lüften sind natürlich ebenfalls bestandteil des Plots. Zwar wird in der Serie wenig Wert auf akkurate Mythologie gelegt, werden doch unter anderen griechische und römische Begriffe wahrlos kombiniert, doch die Inspiration des Stoffes dürfte unverkennbar die antike Liebesgeschichte Amor und Psyche sein, welche auch in der Pilotfolge selbst Erwähnung findet.

Die Serie ist mehr Romantik als Komödie und fesselt den Zuschauer eher durch emotionale Wohlfühl-Storys als durch aneinander gereihte Lacher oder erschütternde Tiefschläge, und lebt vor allem durch Pivens geniale Darstellung der Hauptfigur, aber auch der Chemie zwischen ihm und Paula Marschall. Der Titelsong zur “Cupid” ist “Human” von den Pretenders und könnte kaum passender sein.

War ich Anfangs noch skeptisch, konnte mich die Serie schnell begeistern, doch genauso schnell war sie auch schon wieder verschwunden, denn wie so oft konnte eine gute Idee sich nicht auf dem Quotenmarkt durchsetzen, so dass nach nur 15 Episoden Schluss war. Schade, denn auch das Remake, das dieses Jahr von März bis Mai in den USA lief, schaffte es gerade mal auf 7, was angesichts der für mich wenig überzeugenden neuen Cast aber auch nicht ganz ungerechtfertigt scheint.

Wer sich die Serie ebenfalls mal ansehen möchte findet sie in englischer Sprache auf YouTube, eine deutsche Veröffentlichung ist unwahrscheinlich und auch ein DVD-Release ist in nächster Zeit nicht zu erwarten.

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