11.09.2009

Sehnsüchtig

Wicker ParkDass ich, nachdem ich einen Film gesehen habe, mir darin gespielte Songs kaufe ist nichts Seltenes, dass ich gleich den ganzen Soundtrack kaufe hingegen schon, aber beispielsweise bei Garden State und Into the Wild bereits passiert. Was allerdings ausgesprochen ungewöhnlich ist, ist dass ich wie zuletzt bei Sehnsüchtig vom gesamten Soundtrack überzeugt bin, ohne den Film überhaupt gesehen zu haben. Gestern habe ich dies jedoch nachgeholt.

Sehnsüchtig (org. Wicker Park) handelt von Matthew, überzeugend gespielt von Josh Hartnett, der bald die Tochter seines Chefs heiraten soll. Vorher muss er noch nach China fliegen um einen Werbe-Deal für seine Agentur zu sichern, wozu es jedoch nie kommt. Denn Matthew trifft plötzlich nicht nur auf seinen alten Freund Luke (Matthew Lillard) sondern glaubt auch für einen kurzen Augenblick seine Verflossene Lisa gesehen zu haben. Lisa war die Liebe seines Lebens, bevor sie, gerade als er mit ihr zusammenziehen wollte, plötzlich verschwand. Diane Kruger übernimmt ihre Rolle, was nicht die unmittelbar beste Casting-Entscheidung gewesen sein dürfte. Matthew folgt Lisas Spuren, findet aber nur eine unbekannte Frau, die sich ebenfalls Lisa nennt und sich wiederum in ihn verliebt. Die Geschichte entwickelt sich mit der Zeit von einer seichten Liebesgeschichte zu einem thriller-ähnlichen Gerüst, dass sich über Rückblenden erzählt und sich mit schnellen Wendungen zum Ende hin immer mehr zuspitzt. Hier liegt jedoch auch die Schwäche des Films, da besonders die beinahe Begegnungen zwischen Matthew und Lisa nur wenig glaubwürdig sind, teilweise sogar komödienhaft wirken. Ein anderen Punkt ist, dass die Chemie zwischen Josh Hartnett und Diane Kruger nie wirklich spürbar wird. Was das rein Optische angeht so spielt der Regisseur Paul McGuigan, der mit Lucky Number Slevin seine bisher beste Arbeit abgeliefert hat, in diesem Film mit ungewöhnlichen Kompositionen und Schnitten, die sich irgendwo zwischen Innovativ und Fragwürdig bewegen, und sich nicht immer nahtlos in das Gesamtbild einfügen möchten.

Sehr gute Ansätze sicher, aber letztlich bleibt der Soundtrack das einzige echte Highlight dieses Remakes des französischen Films L’appartement von 1996.

Anspieltipps:
The Postal Service – “Against All Odds”
Aqualung – “Strange and Beautiful (I’ll Put a Spell On You)”
Mates of State – “These Days”

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