23.06.2009

State of Play

Gerade komme ich aus State of Play, dem neuen Polit-Thriller von Kevin Macdonald, dem Regisseur des großartigen The Last King of Scotland. Kann sein neues Werk mit dem letzten mithalten? – Bei weitem nicht. Kann es unterhalten? – Durchaus. Die Handlung wird schnell vorrangetrieben und Längen sind nicht auszumachen, auch lebt sie nicht von aneinandergereihten Spannungsspitzen sondern eher von ihrem interessanten Verlauf und dem von Russel Crowe passend verkörperten Hauptdarsteller.

Crow spielt einen Journalisten der alten Schule, der mit der von Rachel McAdams gespielten jungen Onlineredakteurin der Zeitung, alles daran setzt eine Verschwörung um das Söldner-Unternehmen PointCorp aufzudecken. Dreh- und Angelpunkt der Story ist dabei der Mord an einer Assistentin seines Freundes aus College Zeiten, und nun Kongressabgeordneten, Collins, gespielt von Ben Affleck. Neben den erwähnten Schauspielern reihen sich auch noch Hellen Mirren als Redaktionchefin, Robin Wright Penn als Collins’ Frau und Jason Bateman, der mal wieder einen PR Berater mimen darf, in das Ensemble ein.

Der Aufbau der Storyline lässt schnell erahnen, dass es sich hierbei um die Leinwand-Umsetzung eines BBC-Mehrteilers handelt. Zwei unterschiedliche Morde, deren Spuren zu einem frühen Zeitpunkt zusammenlaufen und zu einem Fall werden, der sich kurz vor der Auflösung doch noch anders Entwickelt als erwartet. Ein Konzept dass in den meisten Crime-Serien heutzutage nicht unbeliebt ist. Doch das muss ja nicht zwangsläufig negativ sein. Schwierig wird es jedoch an den wichtigen Plot-Points, oder besser gesagt, an den Punkten, an denen der von Miachael Berresse verkörperte Ex-Elitesoldat, jetzt Auftragskiller, ins Spiel kommt. Vielen Ereignissen um diesen Mann fehlt es an Glaubwürdigkeit, Realismus oder einfach an Sinnhaftigkeit. In diesen Momenten scheint es den Autoren schlicht an Ideen gefehlt zu haben, wie sie die Handlung in die von ihnen vorgesehene Bahn lenken könnten. Kann man das am Anfang noch verzeihen, werdem sich die Karten am Ende noch einmal auffällig absurd zu recht gelegt, um die Auflösung möglichst überraschend einzuleiten.

Im ganzen ein sehr durchschnittlicher Film, der zwar nicht langweilt, aber aufgrund seiner teilweise klischeehaften Darstellung einzelner Personen und gewöhnungsbedürftig entwickelter Wendungen, deutlich an Klasse verliert.

Russel Crowe und Rachel McAdams

Russel Crowe und Rachel McAdams

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