Es gibt sie schon eine ganze Weile, aber ich bin erst vor kurzem darauf gestossen:
Die Take-Away Shows(org. “Les Concerts a Emporter”) von La Blogothèque. Der Independent Regisseur Vincent Moon lässt in diesen Clips Musiker an ungewöhnlichen Locations auftreten. Jede Show ist dabei weitgehend improvisiert und wird oft in nur einem Take gefilmt. Nachbearbeitung findet kaum statt, abgesehen von den Einblendungen des Titels und der Credits, die meist klassisch in weiß auf schwarz eingeblendet werden.
Vincent Moon, der natürlich nicht wirklich Vincent Moon heißt, sondern Mathieu Saura, kennt man in erster Linie von seiner Arbeit an dem Musikvideo zu R.E.M.s “Supernatural Superserious”, in dem man seinen Stil deutlich wiedererkennt.
In den Take-Away Shows, die in ihrer Nummerierung inzwischen bei #97 Patrick Watson angekommen sind, setzt der Franzose auf unruhige Camerabewegungen, die neben dem Künster auch die ungewöhnliche Szenerie beleuchten. Umgebungsgeräusche sind ebenso Teil des Konzepts, wie Passanten und vorbeisträunende Katzen. Unbekannte werden sogar Teil des Songs, wenn Luke Pritchard von The Kooks (#12) seine Fans zum Mitsingen animiert.
Einige Episoden zeigen ein deutliche Vorliebe für extreme Close-Ups, in anderen fehlen sie hingegen völlig, was zeigt wie experimentell der Filmemacher an seine Arbeit herangeht.
Beginnt man bei #1 The Spinto Band und arbeitet sich über #17 Doveman, #25 Guillemots und #44 The Shins vor bis #80 Vampire Weekend oder #89 R.E.M., wird eine Weiterentwicklung des Formats erkennbar. Wirken die Anfänge noch Amateurhaft, wenn auch durchdacht, verbessert sich die Bild und Tonqualität mit der Zeit erheblich.
Auch handelt es sich nicht mehr um eine reine Vincent Moon Show, andere Regieseure steuern inzwischen ebenfalls Material bei. Diese sind zwar von der Nummerierung ausgeschlossen, aber nicht weniger sehenswert, so gehört meiner Meinung nach die Bloc Party Aufnahme zu “This Modern Love” unter der Regie von Colin Solal Cardo zu den Besten der Reihe.
Weitere Highlights sind Jason Mraz mit “It’s a lovely day”, die Fleet Foxes mit “Blue Ridge Mountains”, Tom Jones mit “We got love” und The Wombats mit “Let’s dance to Joy Division” in einer Sail-Away-Show.
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